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Bundesliga-Logo-Typografie 2024: 18 Vereine im Schrift-Check

Bundesliga-Logo-Typografie 2024: 18 Vereine im Schrift-Check

Eine Bundesliga-Saison beginnt selten ohne ein neues Logo, ein dezent überarbeitetes Wappen oder zumindest eine angepasste Wortmarke. Saison 2024/25 ist da keine Ausnahme: Bayern, Leverkusen, der VfB und ein knappes halbes Dutzend weiterer Klubs haben in den vergangenen Monaten subtile oder offensichtliche Änderungen an ihrer typografischen Präsenz vorgenommen. Wir haben uns alle 18 Wortmarken der Erstligisten angeschaut und einsortiert, was Tradition ist — und was Neuerfindung.

Drei Lager: Tradition, Mainstream, Modernisierung

Grob lassen sich die 18 Bundesliga-Klubs in drei typografische Lager einteilen. Das Traditionslager hält an Antiqua-ähnlichen oder klassischen Serifen-Anleihen fest — Schalke, der HSV (wenn er denn wieder oben wäre) oder Bayern München mit seiner gotisch inspirierten Bavaria-Anmutung im inneren Wappen. Das Mainstream-Lager setzt auf geometrische Sans-Serifen: VfB Stuttgart, Werder Bremen, Wolfsburg. Und schließlich das Modernisierungslager, das in den letzten Jahren stark gewachsen ist: RB Leipzig, Hoffenheim und seit 2023/24 auch ausdrücklich Mainz 05 — alle drei nutzen eine reduzierte, fast techbrand-artige Schrift.

Bayern, Leverkusen, BVB: die drei Schwergewichte

Beim FC Bayern dominiert nach wie vor die rote Wappenform mit der weißen, leicht kondensierten Sans-Serif darüber. Diese Schrift wurde zwischen 2017 und 2018 dezent überarbeitet — vor allem die Punzen wurden weicher, die untere Achse des „B" leicht angehoben — und seitdem nicht mehr angefasst. Das ist bei einem der meistabgebildeten Wortmarken Europas eine durchaus löbliche Zurückhaltung.

Bayer 04 Leverkusen hat 2023 nach dem Meistertitel das Wappen behutsam überarbeitet: Die Wortmarke „Bayer 04" wirkt heute etwas plastischer, mit minimal stärkerer Strichbreite und neu gesetzten Innenräumen. Der Effekt: Auf der Trikotbrust ist die Schrift bei gleicher Größe lesbarer geworden — gerade auf den Streaming-Bildern, die in 1080p mehr Komprimierungs-Artefakte tragen als das Stadionbild.

Borussia Dortmund hält seinerseits eisern an der gelb-schwarzen Kombination und der prägnanten BVB-Wortmarke fest. Die Schrift im BVB-Schriftzug ist eine eigens entwickelte, halbkondensierte Sans, die dem Klub seit 2012 dient — eine der ältesten ungebrochenen Identitäten der Liga.

Die Aufsteiger und ihre Wortmarken

Mit Holstein Kiel und dem FC St. Pauli sind 2024/25 zwei Klubs aufgestiegen, die typografisch interessante Akzente setzen. Holstein Kiel nutzt eine ausgesprochen breite, fast quadratische Sans-Serif für den Schriftzug „Holstein" — eine Schrift, die an klassische Marineschriften erinnert und der Hafenstadt einen passenden Klang gibt. St. Pauli wiederum bleibt der Totenkopf-Identität treu, die Wortmarke ist bewusst rau und stempelartig — kein Cleancorporate-Look, sondern eine bewusste Anti-Haltung.

Diskussion: Im z3-forum.de wurde im Sommer 2024 lange darüber debattiert, ob die Bundesliga eine Liga-übergreifende Designsprache braucht (wie die Premier League sie mit ihrer einheitlichen Trikotnummern-Schrift hat). Die Mehrheit der Forumsnutzer war dagegen — gerade die Vielfalt der Klubidentitäten gilt als Stärke der deutschen Liga.

RB Leipzig und der Tech-Brand-Vorwurf

Kein Klub bekommt regelmäßiger den Vorwurf zu hören, ein „Tech-Brand statt Fußballverein" zu sein, als RB Leipzig. Typografisch lässt sich das tatsächlich belegen: Die Wortmarke ist eine sehr neutral wirkende Sans-Serif mit fast unsichtbarer Persönlichkeit. Das ist gestalterisch nicht falsch — Klarheit hat ihren Wert — aber es ist eben auch ein Bruch mit dem Bundesliga-Stil der vergangenen Jahrzehnte, in dem Vereinslogos sehr oft schroffer, lokaler und persönlicher waren.

Eintracht Frankfurt: vom Adler zum Adler-Schriftzug

Frankfurt hat 2017 das Logo radikal entschlackt und beim Adler-Symbol die Wortmarke „Eintracht Frankfurt" in einer ausgesprochen sportlichen, leicht italic gesetzten Sans-Serif beigefügt. Diese Schrift hat sich seitdem als Identitätsanker etabliert — gerade bei jüngeren Fans, die den Klub vor allem via Social Media kennen.

Was Sie über Vereins-Schriften lernen können

Wer sich für Sportdesign interessiert, findet in der Bundesliga ein lebendiges Labor: Innerhalb einer einzigen Liga sehen Sie Antiqua-Tradition, geometrische Standardlösungen und reduzierte Tech-Brands nebeneinander — alle gleichzeitig im Wettbewerb. Diese Vielfalt ist es, die deutsche Stadionkultur visuell so reich macht. Anders als in vielen anderen Ligen — denken Sie an die formal sehr ähnlichen Wappen der Premier League — bleibt jeder Bundesliga-Klub als eigene gestalterische Insel erkennbar.

Im befreundeten z3-forum.de wird jeden Sommer fleißig über neue Vereinslogos und Wortmarken diskutiert. Wenn Sie selbst Lust haben, an Ihrer eigenen Wortmarke zu basteln — sei es für Fanseite, Verein oder Hobbyprojekt — finden Sie auf der Startseite unseren Generator für Texte und Schriftarten.

Fazit

Die Bundesliga 2024/25 zeigt eine reife, vielfältige Designlandschaft. Bayern, Leverkusen und der BVB tragen die typografische Tradition, RB Leipzig steht für die Reduktion, St. Pauli und Frankfurt für die bewusste Eigenwilligkeit. Niemand setzt einen falschen Akzent, und doch sieht jedes Trikot anders aus. Das ist seltener, als man denkt — und es ist gut so.

Weiter im Sportressort: zur Übersicht. Fan-Diskussionen rund um Vereinslogos im z3-forum.de.