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Premier League 2024/25: Liverpools Spätstart im Titelrennen

Premier League 2024/25: Liverpools Spätstart im Titelrennen

Nach acht gespielten Spieltagen der Premier League ist eines klar: Das Trio Manchester City, Arsenal und Liverpool wird auch in dieser Saison den Titel unter sich ausmachen. Dahinter folgen Chelsea und Aston Villa in Schlagdistanz, während Tottenham und Manchester United wieder einmal hinter den eigenen Erwartungen zurückbleiben. Spannend ist dieses Mal nicht nur die Tabellenführung, sondern auch der Übergang in Liverpool — Arne Slot hat die Erbschaft von Jürgen Klopp angetreten und überrascht mit einem ungewohnt geduldigen Spielaufbau.

Manchester City: weiter mit Pep, aber nicht ganz wie gewohnt

Pep Guardiola steht in seiner möglicherweise letzten Saison bei City — sein Vertrag läuft im Sommer 2025 aus, und die Andeutungen aus dem nahestehenden Umfeld sind nicht mehr so eindeutig pro Verlängerung wie früher. Sportlich hat sich City nach dem üblichen Sommerwechselchaos wieder geordnet, allerdings mit dem ungewöhnlichen Detail, dass Erling Haaland weniger trifft als in der Vorsaison — bei dafür sichtbar mehr Beteiligung am Spielaufbau. Ein bewusstes taktisches Umsteuern, oder eine Anpassung an die Gegnerwelt, die City inzwischen so vielfältig zu blocken weiß?

Arsenal: das vielleicht reifeste Team Englands

Mikel Arteta hat in Arsenal über drei Jahre eine Mannschaft aufgebaut, die in dieser Saison erstmals als „Titel-erfahren" antritt. Bukayo Saka, Martin Ødegaard und Declan Rice geben dem Mittelfeld einen taktischen Anker, den Arsenal in den 2010er-Jahren oft vermisste. Verteidigungsseitig hat sich besonders William Saliba zum Konstante-Bringer entwickelt, einer der vielleicht besten Innenverteidiger der Liga aktuell. Es ist die Mannschaft, deren Spielidee am vollständigsten ausgearbeitet wirkt.

Liverpool unter Arne Slot: weniger Heavy Metal, mehr Geduld

Jürgen Klopp hat Liverpool als langjährige Identifikationsfigur verlassen, und sein Erbe wog schwer. Arne Slot, zuvor erfolgreich bei Feyenoord, hat in seinen ersten Wochen vor allem eines getan: Er hat den taktischen Stil bewusst entschleunigt. Wo Klopps Liverpool unter Hochdruck-Pressing fast immer den ersten Schlag setzen wollte, lässt Slot seinen Spielern bewusst länger Zeit, das Pressing zu vorzubereiten — und nutzt anschließend gezielter die freigewordenen Räume.

Die Ergebnisse waren in den ersten beiden Spieltagen durchwachsen — eine knappe Heimniederlage gegen Nottingham Forest sorgte sogar kurz für Alarmismus in den englischen Boulevardmedien. Seitdem hat Liverpool sich aber stabilisiert und gehört im Oktober wieder zu den dreifachen Tabellenführern. Mohamed Salah, dessen Vertragsverhandlungen über die Sommermonate für viel Aufregung sorgten, scheint unter Slot in neuer Aufgabe — etwas zentraler, mit mehr Schlüssen aus dem zweiten Strafraum-Quadranten — eine zweite Frühlingsblüte zu erleben.

Hintergrund: Im internationalen Fan-Diskurs — etwa auf Reddit oder im z3-forum.de — wird Slot bereits jetzt deutlich offener akzeptiert, als das viele Beobachter erwartet hatten. Die Sorge, ein Klopp-Nachfolger würde monatelang im Schatten stehen, scheint sich vorerst nicht zu bewahrheiten.

Der überraschende Vierte: Aston Villa

Unai Emery hat in Birmingham einen kontinuierlich aufsteigenden Klub geformt, der diese Saison erstmals in einem ganzen Block Champions League spielt — und sich dort gut schlägt. Aston Villa ist nach acht Premier-League-Spielen einer der Punktebesten in der zweiten Tabellenhälfte. Spieler wie Ollie Watkins, Morgan Rogers und der Mittelfeldregisseur Youri Tielemans bilden einen stabilen Kern. Sollte Villa diese Konstanz halten, könnte es im Frühjahr 2025 ein interessantes Mehrkampfszenario um die Champions-League-Plätze geben.

Manchester United und Tottenham: erneut die Enttäuschungen

Erik ten Hag hat United im Sommer einen erweiterten Vertrag erhalten — und steht doch wieder unter Druck, weil die Mannschaft trotz starker individueller Spieler nicht zu einer Einheit findet. Joshua Zirkzee, Manuel Ugarte und Matthijs de Ligt waren teure Sommerneuzugänge, aber die Defensivstabilität ist weiter ungelöst. Tottenham unter Ange Postecoglou zeigt ein ähnliches Muster — viele Hochs, gefolgt von brutalen Tiefs, das Spielsystem zu offen für die ganz großen Gegner.

Was den Oktober prägt

Mit dem Stand Oktober 2024 sind die Punkte zwischen Manchester City, Arsenal und Liverpool eng beieinander, und das dürfte sich so schnell nicht ändern. Wer den Premier-League-Verlauf von vorigen Saisons im Kopf hat, weiß: Die wirklich entscheidenden Wochen kommen im April. Bis dahin geht es darum, oben dranzubleiben, die Verletztenliste klein zu halten und im Cup-Wettbewerben nicht zuviel Energie zu lassen.

Fazit

Die Premier League 2024/25 hat alle Voraussetzungen für ein klassisches Drei-Klubs-Titelrennen. Liverpool unter Slot ist die spannendste Erzählung der Saison — der Umbau einer großen Klopp-Mannschaft in etwas Eigenes, ohne dass die Resultate abstürzen. Wer in den kommenden Monaten den ein oder anderen Top-Six-Schlagerblickerein will, sollte vor allem die Heimspiele in Anfield und am Etihad im Kalender markieren.

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